Das Videospieljahr 1984
(Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4)
Ein Artikel von
André Eymann im Dezember 2002.
Die Heimcomputer kommen
Das Jahr 1984 war in vielerlei Hinsicht ein besonderes. Der Siegeszug
der Heimcomputer in den Haushalten hatte bereits begonnen und verdrängte
den bisherigen Star des Wohnzimmers: die Videospielkonsole. Dieser Artikel
fasst das legendäre Jahr 1984 zusammen und stellt aktuelle Neuigkeiten, Spiele
und Heimcomputer vor. Ich war dreizehn Jahre alt und ein begeisterter
Videospieler. Im Dezember 1984 bekam ich dann meinen ersten eigenen
Heimcomputer - einen Sinclair ZX 81 - zu Weihnachten geschenkt, der
mich schon nach dem ersten Einschalten faszinierte.
Ab sofort war ich regelmäßiger Käufer der Zeitschrift
HC - Mein Home-Computer, die diesem Artikel zu Grunde liegt.
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Eine der Neuigkeiten zu Beginn des Jahres war der BASIC-Interpreter
für das Philips-Videospiel G7400, den man für 398,00 DM
kaufen konnte. Das Modul verwandelte den Videopac-Boliden in einen
echten Heimcomputer mit einer Z80-CPU, 12 KByte RAM, acht Farben, neun Geräuschen
und 320 x 230 Pixeln Grafikauflösung.
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Als Speichermedium diente
ein herkömmlicher Kassettenrecorder, der über das eingebaute
Microsoft-BASIC bedient werden konnte. Die Erweiterung wurde ähnlich
wie bei anderen Videospielkonsolen (wie z. B. beim CompuMate von
Spectravideo für den Atari 2600) in Form eines Spielmoduls
in die Konsole eingesteckt.
Konkurrent von der Insel
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Aus England kam der Acorn Electron auf den Heimcomputermarkt. Er war
sozusagen der kleine, aber vollständig kompatible Bruder des
BBC-Mikrocomputers und kostete ca. 200 englische £. Im Electron
arbeitete ein 6502A Prozessor mit 2 MHz Taktfrequenz und insgesamt
64 KByte (davon 32 KByte RAM) Speicher. Eine Besonderheit des Rechners war sein komfortables
Shorthand-BASIC.
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Shorthand deshalb, weil durch einen einzigen
Tastendruck ganze BASIC-Befehle geschrieben werden konnten. Alternativ
konnte man den Befehl aber auch ausschreiben. Anders als z. B. der Sinclair Spectrum
besitzt der Electron eine echte Schreibmaschinentastatur.
Pole Position überholt weiterhin
Atari veröffentlichte sein
Pole Position für den
Atari 400/800 und 600XL und setzte damit einen neuen Standard für
Autorennspiele auf Heimcomputern. Für 149,00 DM konnte sich der
Spieler innerhalb von 73 Sekunden auf der schwierigen Strecke, für
den Grand Prix qualifizieren. Auf dem Bildschirm wurden dabei der
gewählte Gang, der Punktezähler, der Rundenzeitmesser, der
Geschwindigkeitsmesser und Wettrennmesser eingeblendet.
Die Top-Ten der Wunderkisten
Die Hitparade der Heimcomputer wurde anfangs des Jahres deutlich vom
Commodore 64 angeführt. Atari folgte mit dem 600 XL auf dem zweiten Platz.
- Commodore 64
- Atari 600 XL
- Commodore VC 20
- Colour-Genie
- Dragon 32
- Sinclair ZX 81
- Atari 400
- Atari 800 XL
- TI 99/4A
- Spectravideo SV-318/328
Spielerischer Exot
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Unter der Titelzeile Zum Spielen geboren wurde der BIT 90 gelobt.
Der Taiwanese kam mit einer 3,85 MHz getakteten Z80A-CPU daher und
bot 18 KByte RAM die auf insgesamt 64 KByte RAM ausgebaut werden konnten.
Mit ca. 500,00 DM Anschaffunskosten lag er im Mittelfeld des Marktes,
zusammen mit dem Spectrum, 600 XL und VC 20.
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Die guten Klangmöglichkeiten
über drei Ton- und Rauschgeneratoren konnten seinen Programmierern
und Nutzern zu den vielfältigsten Geräuscheffekten verhelfen.
Ausserdem war er in der Lage sämtliche Atari- und Colecovision-Software
zu verarbeiten. Dadurch erschloss sich dem BIT 90 eine umfangreiche
Sammlung an fantastischen Spielen. Die grafischen Qualitäten
(70 Symbole bei entwender 64 x 48 Pixel oder 256 x 192 Pixel und 16 Farben)
unterstützen den Spielspass. Kaufen konnte man den BIT 90 bei
Conrad Eletronic Hirschau.
Ein Klassiker unter den Joystick's
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Dynamic's Competition Pro-Joystick ermöglichte Videospielern
Zuhause die gleiche Qualität und Reaktionszeit wie in der Spielhalle.
Activision brachte River Raid und Kaboom! für
die Atari Homecomputer auf den Markt und setzte damit seine Serie
ausgezeichneter Steckmodule fort. Atari selbst lieferte die von den
Videospielkonsolen bekannten Hits ebenfalls ab sofort für die
eigenen Homecomputer aus.
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Darunter befanden Klassiker wie
Donkey Kong, Qix, Caverns of Mars
sowie
Dig Dug.
Der Bann war gebrochen: nun stand das Spieleangebot für Heimcomputer
dem Angebot für Videospielkonsolen im nichts mehr nach. Doch
bedeutete dies nicht der Untergang der Konsolen...
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