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Tron - Gladiatoren auf dem Spieleraster
(Teil 2 von 5)
 
Tron - Gladiatoren auf dem Spieleraster
(Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5)


Ein Artikel von Michael Braun im Februar 2005.



TRON - Die Arcadeautomaten

Viele von euch hätten als Überschrift eher "Der Arcadeautomat" erwartet, aber es gibt in der Tat zwei.

TRON-Arcadeautomaten
Abbildung:
TRON-Arcadeautomaten
  Der erste den ich hier erwähnen möchte nennt sich einfach nur TRON und hat auch in den deutschen Spielhallen gestanden: der TRON-Arcadeautomat von Bally Midway MFG. CO. Zählt sicher zu einer der schönsten, die je erschienen sind. Schön deshalb, weil der Automat einfach toll aussieht. Etwa 180 cm hoch und 60 cm breit - als "Upright-Version" - imponiert das gute Stück vor allem durch seine Beleuchtung. Insgesamt gibt es drei Typen dieses Spiels: Upright - Cocktail und Mini.

Jeder Spielhallenautomat, so auch TRON hat seine Beleuchtungselemente. Doch der Automat besticht durch seine TRON-atmosphärische Gestaltung. Im Film herrschen klare leuchtende Linien vor, die sich mit normalen Lampen und bemalten Glasscheiben nicht realisieren lassen würden. Daher haben sich die Entwickler von Bally Midway etwas Besonderes einfallen lassen: durch eine Schwarzlichtröhre direkt über dem Joystick leuchtet die gesamte, im Lichtkegel befindliche Automatenbemalung auf (auch der durchsichtig-blaue Joystick!), da sie mit flouresziernden Farben ausgestattet wurde. Im Hintergrund, hinter dem Bildschirm, erstrahlt der I/O-Tower (Input / Output-Tower) durch Hintergrundbeleuchtung - vor allem wenn keine andere Lichtquelle stört ein absoluter Hingucker!   TRON von Bally Midway - ein absoluter Hingucker
Abbildung:
TRON von Bally Midway - ein absoluter Hingucker

Die vier Hürden des Spiels

Vier Hürden gilt es zu nehmen. Hat man alle vier Spiele erfolgreich hinter sich gebracht, fängt das Ganze, auf der Jagd nach der höchsten Punktzahl, wieder von vorne an. Eine Reihenfolge bei den einzelnen Spielen gibt es nicht, da man sich nach Geldeinwurf für eines der vier Spiele entscheiden kann und nach erfolgreichen Vollendung des gewählten Spiels das zweite, dritte und letzte wählen kann.

Spiel 1: TANKS

Durch ein Labyrinth steuert man einen Panzer und muss den gegnerischen Panzer zerstören. Mittels des auf der linken Seite des Control-Panels befindlichen Drehknopfes (wie das Paddle beim Atari 2600, aber gewichtiger) lässt sich das Kanonenrohr bewegen. Klingt nach einem simplen COMBAT-Spiel. Ist es im Grunde auch.
  Tanks - Spiel 1 des Automaten
Abbildung:
Tanks - Spiel 1 des Automaten



Spiel 2: LIGHT CYCLES

Das typische TRON-Spiel! In früheren Varianten auf dem Atari 2600 und als Spielautomat bekanntes Spiel Avalanche. Hier gilt es, den Gegner mittels seiner vom Lightcycle erzeugten Spur so einzuengen, dass der Gegner kollidiert, ohne vorher an der Spielfeldbegrenzung oder der Spur des Gegners bzw. seiner eigenen Spur zu zerschellen.
  Light cycles - Spiel 2 des Automaten
Abbildung:
Light cycles - Spiel 2 des Automaten

Im Film sah das Ganze so aus:

Tron Logo



Spiel 3: MCP BLOCKS

Als Vorbild dient hier eine Szene kurz vor Ende des Films: Tron versucht die Barrieren des MCP (Master Control Program) mittels seines Discus zu durchbrechen, um ihn dadurch zu zerstören... Mit dem Drehknopf lässt sich der Arm von Tron bewegen und somit die Wurfrichtung des Diskus bestimmen. Per Feuerknopf wirft man den Diskus in Richtung MCP. Mit jedem Treffer löst sich die Barriere immer weiter auf, bis man letztendlich das MCP selbst treffen kann. Breakout lässt grüßen!
  MCP blocks - Spiel 3 des Automaten
Abbildung:
MCP blocks - Spiel 3 des Automaten

Erschwerend bei dieser Spielsequenz ist, dass man automatisch immer näher an die Barrieren des MCP heranrückt, was im schlimmsten Fall bei Berührung der Barriere zum Verlust eines virtuellen Lebens führt - also: BALLERN was das Zeug hält!

Die Filmszene als Vorbild:

Tron Logo



Spiel 4: GRID BUGS

Hier gilt es zum I/O-Tower durchzudringen. Nicht ganz einfach, da einem zahlreiche spinnenähnliche "Bugs" den Weg versperren, die einem bei Berührung ein virtuelles Leben kosten. Der Steuermechanismus ist wie bei "MCP Blocks". - Eine Baller-Sequenz! Klar! Jetzt wundert ihr euch, warum es von zweien der Automatensequenzen keine Filmsequenz gibt. Das liegt ganz einfach daran, dass die Entwickler von Bally Midway bereits vor bzw. während des Filmproduktion mit der Erstellung des Arcadeautomaten beauftragt wurden.
  Grid bugs - Spiel 4 des Automaten
Abbildung:
Grid bugs - Spiel 4 des Automaten

Geplante Szenen, wie der Kampf zwischen zwei Panzern und diese merkwürdigen spinnenähnlichen Bugs "Sporen", die ursprünglich im Film von den Recognizern ausgesendet werden sollten (die sind aber im Film nur für Sekundenbruchteile zu sehen), kamen letztendlich nie ins Kino...



Discs of Tron

Discs of Tron von 1983 (Booth)
Abbildung:
Discs of Tron von 1983 (Booth)
  Der zweite Spielhallenautomat ist dann ein Jahr später (1983) ebenfalls von Bally Midway produziert, erschienen. Ob dieser Automat, der ja erst ein Jahr nach Erscheinen des Films in den Spielhallen Deutschlands zu finden war, kann ich leider nicht sagen. Jedenfalls gab es dieses Spiel auch in zwei variierenden Automatenversionen: eine Version zum "Platz-nehmen" (Booth) und eine Version zum Stehen (Standing). Automaten in denen man sitzen kann, gehörten damals wie heute zu den ganz besonderen Erlebnissen, weil sie dem Spiel durch ihre Atmosphäre einen beeindruckenden Reiz geben.

Discs of Tron von 1983 (Standing)
Abbildung:
Discs of Tron von 1983 (Standing)
  Das Spiel selber stellt eine bekannte Szene aus dem Film dar. In der Szene kämpft Flynn gegen ein anderes Programm. In dem Kampf geht es darum, den Gegner mit einer aus einem "Schleuderschläger" geworfenen Energieball entweder zu treffen, oder einen der Energieringe auf dem er steht zu treffen um ihm so das Spielfeld Treffer nach Treffer zu verkleinern. Das Programm, welches verliert, wird "gelöscht" - es verliert. Schläger und Wurftechnik erinnern sehr stark an das im Baskenland beliebte "Pelota"-Spiel. Im Film taucht auch kurz die Variante auf, in der Tron gegen vier andere Programme kämpft und zwar mit Diskus - die beliebte Videospielszene mag hieraus entstanden sein, aber im Kampf Programm-gegen-Programm wird, jedenfalls im Film, per Wurfschläger gekämpft.



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