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Selbstbau Hardware-Erweiterung für den Namco TV Classic 5-Games-in-1 Joystick
 
Selbstbau Hardware-Erweiterung
für den Namco TV Classic 5-Games-in-1 Joystick


Ein Artikel von Klaus Krause im August 2004.



Vorwort:
die hier vorgestellte Selbstbau-Erweiterung setzt technisches Verständnis voraus. Wir bieten keine Unterstützung bei der Umsetzung des Umbaus. Bitte beachtet unbedingt die rechtlichen Hinweise zur Haftung am Ende des Artikels.

Nach diesem Umbau könnt ihr:
  • den Joystick mit einer 8-Wege Steuerung benutzen
  • den Joystick über eine USB-Verbindung am PC benutzen

Namco TV Games in der Originalverpackung
Abbildung:
Namco TV Games in der Originalverpackung
  Ein wenig enttäuscht vom Namco TV Games 5-in-1 Joystick? Dann könnte dieser Artikel für euch interessant sein! Das im Stick enthaltene Weltraumballerspiel Bosconian, welches in der Originalversion eine 8-Wege Steuerung besitzt, kann mit unserem Joystick leider nur in 4 Richtungen gesteuert werden, weil das Stickende in einem Führungskreuz bewegt wird. Dadurch geht natürlich einiges an Spielspass verloren. Und wäre es nicht genial, unseren Namco als Joystick am MAME PC-Emulator zu benutzen?

Den Joystick kann man ganz einfach mit einer Feile aus seiner Kreuzführung befreien. Um diesen auch am PC benutzen zu können, bauen wir einfach ein im Handel erhältliches Gamepad ins Namco Gehäuse ein. Meine Wahl fiel hier auf das USB Gamepad X6-20U von Saitek, das unter allen Pads mit nur 5,99 Euro das günstigste war. Wichtig ist, dass die Taster am Pad die Signalleitung gegen Masse schalten, denn das ist auch beim Namco TV Games der Fall.

Die Zutaten

Für den Umbau benötigt ihr neben anderen Dingen einen Lötkolben, eine Vierkantfeile, einen Fräser (Dremel), eine Säge, eine Heißklebepistole, einen Papierklebestift (z. B. Pritt), 6 Dioden 1N4148 und das Saitek USB Gamepad X6-20U.

Auf dem Bild rechts könnt ihr das Saitek USB Gamepad X6-20U sehen, welches wir in unseren Namco integrieren werden. Das Gamepad unterstützt die USB 1.0 Spezifikation. Ihr müsst das Gehäuse des Gamepads öffnen, um die Platine herauslösen zu können. Da wir nur die Platine und die USB-Kabelzuleitung benötigen, kann der Rest des Gamepad entsorgt werden.   Saitek X6-20U
Abbildung:
Saitek X6-20U

An den Schnittlinien (siehe Bild) schneiden wir die Platine mit einer kleinen Eisensäge auf ca. 6cm x 5cm zu! Vorher solltet ihr euch notieren, welche Leiterbahn zu welchem Taster gehört. Wir verwenden Button 1, Button 2 und das Steuerkreuz.   Die Platine des Gamepads
Abbildung:
Die Platine des Gamepads

Wenn ihr alles richtig gemacht habt, sollte eure zerlegte Platine wie auf dem Bild rechts aussehen. Man kann gut erkennen, wie die Leiterbahnen für die Buttons und das Steuerkreuz von der restlichen Platine abgelöst wurden.   Die zerlegte Platine
Abbildung:
Die zerlegte Platine

Der Umbau

Nun kann der Lötkolben eingeschaltet werden, um den eigentlichen Umbau vorzunehmen.

Drähte und Dioden
Abbildung:
Drähte und Dioden
  Zum Schutz der Gamepad Platine habe ich jede Tasterleitung mit einer Diode von der Namco-Platine entkoppelt. Das sind dann insgesamt 6-Dioden, je eine für Fire / Reset / Links / Rechts / Oben / Unten. Auch die Namco-Platine sollte mit Dioden entkoppelt werden. Dazu sind die Tasterleitungen zu den Mikroschaltern aufzutrennen und dort ebenfalls Dioden einzufügen.

Ich habe diesen Schritt aber übergangen, da es auch ohne funktionierte und ich die Leitungen vom Gamepad so direkt an die Platine des Namco löten konnte. Deshalb kann man dann ab und zu die rote LED des Namco leuchten sehen, da Strom vom Gamepad in den Namco fließt. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, verbaut 12 Dioden und lötet die zwei Leitungen (die vom Gamepad kommende und die vom Namco kommende) direkt am Mikroschalter an. Und nicht vergessen ein Massekabel vom Gamepad zum Namco zu legen. Jetzt sind es sieben Kabel.

Die richtigen Kontakte zu finden ist kein Problem, denn die Platine des Namco ist beschriftet. Hier ist gut zu sehen, wie das Joystickende nach dem Ausfeilen der Kreuzführung in einem Kreis geführt wird. Achtet darauf, den Kreis ausreichend gross auszufeilen, damit der Joystick in den Eckstellungen auch zwei Mikroschalter gleichzeitig schaltet. Wer Fettspray oder ähnliches hat, sollte jetzt noch schnell die Joysticklagerung schmieren, denn diese ist dann viel leichtgängiger.   Der Zusammenbau
Abbildung:
Der Zusammenbau

Auf dem Bild seht ihr wo die Gamepad-Platine ihren Platz im Namco findet. Das Gehäuse ist gross genug, die Platine aufzunehmen. Die Stege der unteren Gehäuseschale habe ich einfach abgefräst. Mit einer Feile ist noch eine Aussparung zu feilen, um das USB Kabel ins Gehäuse zu führen. Damit ist der Umbau fast abgeschlossen. Nun muss das Gehäuse nur noch wieder verschlossen werden, indem die beiden Seitenteile und die Rückwand montiert werden.   Die eingebaute Gamepad-Platine
Abbildung:
Die eingebaute Gamepad-Platine

Spass in zwei Welten

Namco mit USB-Kabel
Abbildung:
Namco mit USB-Kabel
  Hier kann man noch gut sehen, wo die Schrauben der Seitenteile sitzen. Nun hat unser Stick zwei Anschlussmöglichkeiten und kann sowohl am TV als auch am PC genutzt werden. Mit der Erweiterung der Spieleliste durch den z. B. MAME PC-Emulator sind die Möglichkeiten so gut wie unbegrenzt.

Nach dem Umbau
Abbildung:
Nach dem Umbau
  Fertig. Nach ca. fünf Stunden basteln, macht der Namco doppelt Spaß :-) Da der Stick technisch robust verarbeitet ist, stehen vielen Stunden Spielspass nichts mehr im Wege. Ausserdem ist es doch viel schöner Retro-Spiele mit einem Retro-Stick zu spielen. Auf dem Bild links könnt ihr Pac-Man in Aktion sehen. Na, wisst ihr schon welches Spiel ihr als nächstes spielen wollt? Wir wünschen euch viel Spass!

Rechtliche Hinweise zur Haftung

Der Umbau von Hardware oder der Betrieb von Hardware ausserhalb der Spezifikationen des Herstellers führt zum Garantieverlust und die Hardware kann beschädigt werden. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass solche Änderungen auf eigene Gefahr durchgeführt werden. Für Schäden oder Folgeschäden, die durch Anwendung von Informationen durch uns entstehen, schliessen wir jede Haftung aus. Für Schäden, die bei der Umsetzung von Erweiterungsvorschlägen entstehen, wird grundsätzlich keine Haftung übernommen. Beim Umbau von Anlagen gelten die einschlägigen Vorschriften.



© 2004 Klaus Krause

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