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GC 2008 -
HISTORY & CULTURE

Sechs Retro-Veranstalter boten klassische Computer- und Videospiele zum staunen und spielen.

Mit dabei waren: A.B.B.U.C. e. V., Computerspiele Museum, RetroGames e. V., CSW-Verlag, Die Schreibfabrik - René Meyer und die Universität Leipzig.
 
Games Convention 2008 - History & Culture

Von André Eymann im September 2008



Details von verschiedenen mobilen Handhelds

Retrogaming ist Kultur

Irgendwie war es schon ein innerlicher Befreiungsschlag, dass der deutsche Kulturrat Computer- und Videospiele in diesem Sommer offiziell als Kulturgut eingestuft hat. Wir haben also nicht umsonst unsere ganze Jugend mit sinnlosen Videospielen verschwendet. Eigentlich wussten wir schon immer, dass die kleinen Männchen die es bei Choplifter zu retten galt, die Riesenspinnen aus Forbidden Forest und der stumme Schiedsrichter aus Exploding Fist etwas mit Kunst und Kultur gemein hatten. Passend hierzu gab auf der diesjährigen GC keinen besseren Ort als den Sonderbereich "History & Culture" im Rahmen der "GC Art", um einen Beweis dafür zu liefern. Denn Retrogames sind das beste Argument für die Existenz und Bedeutung dieser jungen Kulturform. So präsentierten sich sechs Retro-Veranstalter in Halle 2 und informierten über die Geschichte der Videospiele.

Handhelds und LCD-Spiele 1978-2008

Für den Leipziger Journalisten René Meyer ist der Einfluss von Retrogames auf die Spiel- und Digitalkultur schon lange kein Geheimnis mehr. Es gib hierzulande wohl keinen zweiten, der mit einer so umfangreichen privaten Sammlung klassischer Videospiele aufwarten kann. Bereits auf der GC im letzten Jahr konnte man seine Ausstellung "Telespiele 1972-2007" bewundern. Auf der diesjährigen GC 2008 setzte er mit seiner Sammlung "Handhelds und LCD-Spiele 1978-2008" einen neuen Maßstab. Über 300 mobile Spielsysteme wurden ausgestellt. Vom Atari Lynx bis zum Zaxxon-Handheld und von Exponaten aus Deutschland bis sogar Russland gab es viele seiner Schätze zu bestaunen.   René Meyer mit einem seiner Lieblinge (Donkey Kong Tabletop)
Abbildung:
René Meyer mit einem seiner Lieblinge (Donkey Kong Tabletop)

Die Ausstellung ließ das Herz eines jeden Retroianers höher schlagen. Liebevoll arrangiert präsentierten sich 30 Jahre mobiles Gaming in den Vitrinen. Wir lassen die Bilder für sich selbst sprechen.

Atari Touch Me Verschiedene mobile Handhelds
Verschiedene Nintendo Game Boys Atari Lynx I und II
Verschiedene mobile Handhelds Verschiedene mobile Handhelds

Kontaktinformationen:
René Meyer, Die Schreibfabrik - Redaktionsbüro
Internet: www.schreibfabrik.de

Gepflegte Automatenspiele

Ebenso dem Retro-Gaming verpflichtet, ist der erste in Deutschland eingetragene Verein zur Erhaltung und Pflege der Videospielkultur "RetroGames e. V."

In einem kurzen Gespräch mit dem 1. Vorstand des Vereins Jörg Lennhof wurde schnell deutlich, dass auch hier der Status des Kulturguts für einen kleinen Boom sorgt. Man fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt und hat vielleicht auch das Gefühl ein wenig ernster genommen zu werden als zuvor. Im Hauptquartier von RetroGames e. V. in Karlsruhe, stehen über 40 Original Arcade-Spielautomaten, die voll funktionsfähig bespielt werden können.

Auf der GC 2008 konnte an einigen Klassikern von RetroGames e. V. gezockt werden. Auch hier war die magische Begeisterung zu spüren, die von Automaten wie Gauntlet, Donkey Kong, Pole Position, Missile Command oder Joust ausgeht. Selbst als alle anderen Ausstellungsstände bereits mit dem Einpacken beschäftigt waren, war es noch immer schwer einen Platz an einer der begehrten Arcade-Maschinen zu ergattern. Da ist es umso erfreulicher, dass sich vor allem die jungen Spieler kaum vom Joystick losreißen konnten. Ein Erfolg auf ganzer Linie für den Verein, der in Karlsruhe übrigens auch Flipper und Videospielkonsolen zum Anfassen bietet.   Donkey Kong fasziniert noch immer
Abbildung:
Donkey Kong fasziniert noch immer

Joust - Ein Klassiker von Williams Gauntlet I von Atari

Kontaktinformationen:
RetroGames e. V. - Eingetragener Verein für Videospielkultur
Internet: retrogames.info

RETRO - Ein Magazin und ein Verlag für echte Retroianer

Enno Coners, der Geschäftsführer des CSW-Verlags, hat gut Lachen. Denn er hat das richtige Gespür für den Zeitgeist. Mit seinem Kulturmagazin RETRO trifft er auf eine stetig wachsende Zielgruppe. Außerdem hat sein Verlag für Digitalkultur gerade mit dem Videospielroman "Extraleben" von Constantin Gillies einen echten Volltreffer gelandet. Sein vierteljährlich erscheinendes RETRO-Magazin beschränkt sich nicht auf eine nüchterne Berichterstattung, sondern erzählt Geschichten rund um das Thema Retrogaming und Kultur. In diesem Sinne bündelt der CSW Verlag bereits heute verschiedene Publikationen zur Videospielkultur.   Enno Coners (rechts) und Sebastian Bach vom CSW-Verlag
Abbildung:
Enno Coners (rechts) und Sebastian Bach vom CSW-Verlag

Zum Tagesende am Samstag bot der CSW Verlag einen ganz besonders stimmigen Abschluss. DJ Dany Wild beschallte das Areal mit Retro-Elektro vom Feinsten. Beer and Beats in der "Retrolounge" waren angesagt. Es fielt einem wirklich schwer nicht zu den Elektroklängen mit 8-bit-Samples wie "Shoot or die!" abzutanzen. Zusätzlich boten sich Videospielkonsolen und Heimcomputer von RetroGames e. V. zum Spielen an.   Elektro-Beats mit DJ Dany Wild (links)
Abbildung:
Elektro-Beats
mit DJ Dany Wild (links)

Kontaktinformationen:
CSW Verlag - Verlag für Digitalkultur
Internet: www.csw-verlag.de oder www.retromagazin.eu

Dany Wild - Computermusic
Internet: www.danywild.com

30 Jahre Space Invaders

Einen weiteren Beweis für die Innovationskraft der 8-Bitter lieferte das Computerspiele Museum. Auf einem Foto von 1980 können Gamer bei der Weltmeisterschaft von Space Invaders in New York bewundert werden, an der insgesamt 4000 Spieler teilgenommen haben. Obwohl diese Konsolen natürlich nicht untereinander vernetzt waren, zeugt die Abbildung doch von der Begeisterungsfähigkeit der Spieler und der Anziehungskraft die bereits damals von Videospielen ausging.   Space Invaders Weltmeisterschaft in New York (1980)
Abbildung:
Space Invaders
Weltmeisterschaft
in New York (1980)

Auf großen Tafeln erklärte das Computerspiele Museum historische Hintergründe zu den Ursprüngen der Computer- und Videospiele. Hier konnte man erfahren, dass sich der Entwickler von Space Invaders (Tomohiro Nishikado) beim Design der Invaders an den Aliens aus dem H. G. Wells SciFi-Klassiker "War Of The Worlds" von 1898 orientierte. Neben dem künstlerischen Design, war Nishikado auch für das Hardware-Design zuständig. In Space Invaders wurde einer der ersten Microchips, der Intel 8080, verbaut.

Kontaktinformationen:
Computerspiele Museum
Internet: www.computerspielemuseum.de

Atari Bit Byter User Club (A.B.B.U.C. e. V.)

Am Stand des A.B.B.U.C. konnte mehr als nur virtuell geschossen werden. Hier gab es so einige Neuigkeiten zu den Atari Heimcomputern zu erfahren. Der größte 8-bit User Club der Welt befasst sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern unterstützt das Überleben der 8-Bitter von Atari aktiv. So wurden in Vorträgen aktuelle Hardware-Entwicklungen wie das SIO2USB (Virtuelle Floppy Drives für Atari Heimcomputer) vorgestellt und erläutert.   A.B.B.U.C. - Schiessen mit der Lightgun (XE System)
Abbildung:
A.B.B.U.C. - Schiessen mit der Lightgun (XE System)

Den A.B.B.U.C. gibt es schon seit über 18 Jahren. Er zählt ca. 400 Mitglieder in Deutschland und dem Rest der Welt. Viermal jährlich erscheint ein Atari Printmagazin mit Diskette. In Shop des Vereins können neben Disketten und Kabeln auch verschiedene Hardware-Erweiterungen, wie beispielsweise ein BIOS-Umschalter, eingekauft werden. Insgesamt bietet der Verein ein abgerundetes Paket für jeden, der seinen Atari 8-Bitter gut unterstützt wissen möchte.

Kontaktinformationen:
Atari Bit Byter User Club (A.B.B.U.C. e. V.)
Internet: www.abbuc.de

Retro-Ansichten

Zum Abschluss folgen verschiedene Fotos der "History & Culture". Der Zusammenschluss der verschiedenen Aussteller war für die Besucher und sicher auch für die Betreiber ein großer Erfolg. Hier gab es Retro-Feeling pur. Zusätzlich gab es an jedem Stand kompetente und aufklärende Beratungen. Einer gelungenen Fortsetzung dieses Konzepts sollte nichts im Wege stehen.

Der A.B.B.U.C. erläutert das SIO2USB Zocken an klassischen Konsolen
Verschiedene mobile Handhelds Atari 600 und 1200 XL
Spielen und Schmökern Pole Position Arcade-Automat



© 2008 André Eymann

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